Griechenland-Angst
neuer Höhepunkt erreicht…
Jetzt brodelt es so richtig. Dem beinahe insolventen Griechenland gelingt es nicht, die Märkte zu beruhigen. Kreditwürdigkeit im Keller. Bondinvestoren fordern die höchsten Risikoaufschläge seit dem Eintritt Griechenlands in die Euro-Zone. Kreditderivate legen deutlich zu. Und die eigene Bevölkerung holt, wie konnte man auch anders erwarten, ihr Geld von der Bank.
Keine Beruhigung bei der Finanzkrise in Griechenland in Sicht. Ganz im Gegenteil – neue Sorgen um die griechischen Finanzprobleme haben Investoren jetzt aufgeschreckt: Die Risikoprämie, welche Anleger für zehnjährige griechische Staatsanleihen gegenüber vergleichbaren Bundespapieren verlangen, erreichte am Dienstag eine Rekordhöhe von 408 Basispunkten. Der Spread war damit so hoch wie noch nie seit 2001, dem Beitritt Griechenlands zur Euro-Zone. Für eine zehnjährige griechische Staatsanleihe lag die Rendite bei stattlichen 7,02 Prozent.
Auch die Kosten um Staatsanleihen gegen einen Zahlungsausfall abzusichern stiegen besorgniserregend an. Kreditderivate (Credit Default Swaps, CDS) auf fünfjährige griechische Staatsanleihen kletterten laut Datendienstleister Markit um 56 Basispunkte und somit auf 400 und damit dem höchsten Stand seit Anfang Februar. Dadurch kostet es rund 400.000 Euro um Anleihen im Wert von 10 Mio. Euro ein Jahr lang gegen Ausfall zu versichern.
Spekulationen sind an der Tagesordnung. So ließ ein hoher griechischer Beamter verlautbaren: “Griechenland will seine Investorenbasis verbreitern, dadurch sollen Schwellenländer-Fonds ebenso wie andere Investoren angelockt werden.” Und ein hochrangiger Banker in London meinte dazu Folgendes: “Griechenland wird seit einiger Zeit wie ein Schwellenland gehandelt. Die Entscheidung, sich nun so zu vermarkten, sei sinnvoll, da viele europäische Fonds nervös sind, was Investitionen in Griechenland angeht”.
Das Land zieht damit die Konsequenzen aus der zuletzt geringen Nachfrage europäischer Anleger. Auf Schwellenländer spezialisierte Anleger kaufen nur Verbindlichkeiten, die eine hohe Rendite abwerfen. Das trifft auf griechische Anleihen zu – der schuldengeplagte Staat muss derzeit sogar mehr Zinsen zahlen als viele Schwellenländer: Die Renditen auf zehnjährige Staatsanleihen liegen um die 6,5 Prozent. Im Vergleich dazu, Brasilien zahlt beispielsweise auf vergleichbare brasilianische Papiere lediglich 4,9 Prozent, Mexiko 4,8 Prozent und Polen 5,5 Prozent. Ungarn, welches von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Milliarden gestützt wird, zahlt 6,6 Prozent und somit in etwa so viel wie Griechenland.
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